Wie du deinen Einrichtungsstil findest – ohne Trends, ohne Fremdbestimmung
- Katya Hajj

- 16. Jan.
- 5 Min. Lesezeit
Dein Einrichtungsstil ist kein Trend – er ist ein Spiegel deiner Bedürfnisse.
Viele Menschen kommen irgendwann an den Punkt, an dem sie spüren, dass ihr Zuhause zwar ordentlich eingerichtet ist, vielleicht sogar modern oder hochwertig wirkt, sich ihr Einrichtungsstil aber trotzdem nicht richtig anfühlt. Es fehlt etwas, das sich nur schwer benennen lässt. Eine innere Stimmigkeit. Ein Gefühl von Ankommen. Oft entsteht diese Leere genau dann, wenn man versucht hat, es „richtig“ zu machen – nach Vorbildern, nach Trends, nach dem, was gerade als schön gilt.
Doch ein Zuhause ist kein Schaufenster und kein Beweis für guten Geschmack. Es ist der Ort, an dem dein Alltag stattfindet, an dem du zur Ruhe kommen, dich sammeln, Kraft schöpfen oder auch kreativ sein möchtest. Wenn dein Zuhause dich nicht unterstützt, sondern eher verunsichert, dann liegt das selten an mangelndem Stilgefühl. Viel häufiger liegt es daran, dass du dich zu sehr am Außen orientierst und zu wenig bei dir selbst bist.
Warum Trends dich oft von dir selbst entfernen
Trends sind schnell, laut und allgegenwärtig. Sie versprechen Orientierung und Sicherheit, gerade dann, wenn man unsicher ist. Doch genau darin liegt die Gefahr. Wer sich ohnehin schwer tut, Entscheidungen zu treffen, verliert sich im Überangebot an Bildern, Farben und Stilen besonders leicht. Plötzlich wirkt alles austauschbar, und nichts davon fühlt sich wirklich passend an.
Trends beantworten nicht die Frage, was du brauchst, sondern nur, was gerade gefragt ist. Dein Zuhause aber muss keine Erwartungen erfüllen. Es darf dich tragen, beruhigen, stärken oder beleben – je nachdem, was du in deinem Leben gerade brauchst. Diese Antwort findest du nicht auf Pinterest oder in Wohnmagazinen, sondern nur, wenn du bereit bist, ehrlich nach innen zu schauen.
Die wichtigste Frage vor jeder Einrichtung
Bevor du über Farben, Möbel oder Stilrichtungen nachdenkst, lohnt sich eine viel grundlegendere Frage: Welche Aufgabe soll dein Zuhause für dich erfüllen?
Vielleicht brauchst du einen Ort, der dich nach einem fordernden Tag auffängt und zur Ruhe bringt. Vielleicht sehnst du dich nach Lebendigkeit, nach Inspiration oder nach Klarheit und Struktur. Viele Menschen überspringen diesen Schritt und richten Räume danach ein, wie sie aussehen sollen – nicht danach, wie sie sich anfühlen sollen. Dabei entsteht genau hier die Grundlage für alles Weitere.
Wenn du weißt, was du emotional brauchst, treffen sich Entscheidungen plötzlich leichter. Farben, Materialien und Möbel bekommen einen Sinn und stehen nicht mehr zufällig nebeneinander. Daniela erging es genauso, ich durfte sie im Zuge einer Online-Einrichtungsberatung bei der Stilfindung begleiten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Nicht jeder Mensch braucht dasselbe Zuhause
Es gibt Menschen, die ein belebendes Zuhause brauchen, weil sie Energie aus Farben, Kontrasten und sichtbarer Vielfalt ziehen. Andere sind im Alltag so gefordert, dass sie zu Hause vor allem Ruhe und Rückzug benötigen. In diesem Fall sind kräftige Farben und hohe Kontraste kontraproduktiv. Das Homeoffice meiner Kunden in München sollte deshalb ruhig und clean gestaltet werden. Wieder andere fühlen sich in kreativen, leicht verspielten Räumen wohl, die Ideen anregen und Bewegung zulassen.
Genauso gibt es Menschen, die klare Strukturen brauchen, um innerlich ruhig zu bleiben. Für sie ist ein aufgeräumtes, reduziertes Umfeld kein Zwang, sondern eine Erleichterung. Keines dieser Bedürfnisse ist besser oder richtiger als das andere. Problematisch wird es nur dann, wenn man versucht, gegen die eigene Natur zu wohnen.
Sammler, Ordnung und innere Ruhe
Ein häufiger innerer Konflikt entsteht bei Menschen, die Dinge lieben. Erinnerungen, Bücher, Fundstücke oder besondere Einzelteile. Wer sammelt, wird niemals minimalistisch wohnen können, und das ist völlig in Ordnung. Gleichzeitig empfinden viele genau diese Fülle als unruhig und belastend.
Die Lösung liegt nicht im Wegwerfen, sondern im bewussten Umgang mit Sichtbarkeit. Geschlossener Stauraum kann hier eine enorme Entlastung sein. Er schützt deine Lieblingsstücke und schenkt deinem Blick Ruhe. Stil bedeutet nicht Verzicht, sondern eine Form zu finden, die zu deinem Leben passt.
Dein Kleiderschrank und Freizeitverhalten als ehrlicher Hinweisgeber
Ein weiterer Zugang, den ich in der Arbeit mit meinen Kundinnen und Kunden gerne nutze, ist die Frage nach Orten, zu denen sie sich immer wieder hingezogen fühlen. Gibt es ein Restaurant, ein Hotel, eine Landschaft oder einen Platz, an dem du sofort zur Ruhe kommst und den du einfach gerne ansiehst? Oft sind es genau diese Orte, die unbewusst zeigen, welche Atmosphäre wir brauchen. Vielleicht ist es die warme Geborgenheit eines kleinen Cafés, die Klarheit eines modernen Hotels oder die Weite einer bestimmten Landschaft. Diese Bilder tragen wir bereits in uns – und sie können eine wertvolle Orientierung sein, wenn wir unseren Einrichtungsstil finden wollen.
Wenn du unsicher bist, welchen Wohnstil du finden möchtest und welcher Einrichtungsstil wirklich zu dir passt, lohnt sich ein Blick an einen Ort, an dem du täglich ganz intuitiv Entscheidungen triffst: deinen Kleiderschrank. Die Kleidung, in der du dich wohl fühlst, verrät viel über deine Bedürfnisse.
Die Stücke, zu denen du greifst, wenn du Ruhe, Geborgenheit oder Sicherheit suchst, geben Hinweise auf Räume, die Rückzug bedeuten dürfen – etwa das Schlafzimmer oder das Bad. Die Kleidung, in der du dich schön fühlst und gerne zeigst, kann ein Hinweis auf Materialien, Farben und Stimmungen sein, die sich besonders gut für Wohn- und Essbereiche, den Eingangsbereich oder das Gäste-WC eignen.
Hier geht es nicht um Mode, sondern um Gefühl. Und dieses Gefühl lässt sich oft erstaunlich klar auf Räume übertragen.
Farben wirken – ob wir wollen oder nicht
Farben haben eine Wirkung auf uns, auch wenn wir sie nicht bewusst analysieren. Warme Töne wie Beige, Sand oder Terrakotta wirken oft erdend und schützend. Sie eignen sich besonders gut für Räume, in denen du zur Ruhe kommen möchtest.
Helle, sanfte Farben wie Creme oder warmes Grau schaffen Weite und Klarheit, ohne kühl zu wirken. Sie unterstützen Räume, in denen Ordnung und Leichtigkeit gefragt sind. Kräftigere Farben wie Grün, Blau oder dunkle Rottöne geben Tiefe, Halt und Charakter. Sie können Räumen Präsenz verleihen, ohne laut zu sein.
Entscheidend ist nicht die Farbe an sich, sondern wie sie sich für dich anfühlt. Dein Körper weiß oft schneller, was ihm guttut, als dein Kopf.
Materialien sprechen leise, aber deutlich
Auch Materialien haben eine emotionale Wirkung. Holz wirkt warm, stabil und natürlich. Stoffe fühlen sich weich und schützend an. Stein und Keramik vermitteln Ruhe, Klarheit und Beständigkeit. Metall kann modern, kühl und strukturiert wirken.
Frage dich bei der Auswahl erstmal nicht, was zusammenpasst, sondern was du brauchst. Mehr Weichheit oder mehr Klarheit. Mehr Schutz oder mehr Offenheit. Dein Zuhause darf dich ausgleichen, nicht zusätzlich fordern.
Stil ist kein Ziel, sondern ein Weg
Viele Menschen suchen nach dem einen Einrichtungsstil, als gäbe es einen Endpunkt, den man erreichen muss. Doch Stil ist kein festes Konzept. Er verändert sich mit deinem Leben, mit deinen Erfahrungen und mit dem, was du gerade brauchst.
Ein stimmiges Zuhause entsteht nicht durch perfekte Kombinationen, sondern durch Ehrlichkeit. Wenn dein Zuhause dich widerspiegelt, fühlt es sich richtig an – unabhängig davon, ob es gerade im Trend liegt.
Ein sanfter Impuls
Wenn du merkst, dass du dich bei Farben, Materialien oder Stilfragen immer wieder im Kreis drehst, liegt das oft nicht an mangelndem Gespür, sondern daran, dass du zu nah dran bist. Ein neutraler Blick von außen kann helfen, Klarheit zu schaffen und deinen eigenen roten Faden zu erkennen.
Wenn du Lust hast, deinen eigenen Einrichtungsstil zu entdecken und mehr Klarheit für dein Zuhause zu gewinnen, schreib mir einfach eine kurze E-Mail – wir finden gemeinsam einen Termin für deine persönliche Stilanalyse.





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