Arbeiten von zu Hause: Dein Home-Office optimal einrichten.
- Katya Hajj

- 29. Okt. 2024
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 31. Mai
Tipps wie du dein Home-Office optimal einrichtest um konzentriert arbeiten zu können.

Ein Arbeitsplatz zu Hause ist für viele Menschen längst selbstverständlich geworden. Doch während die Technik meist schnell angeschafft ist, bleibt die eigentliche Herausforderung oft ungelöst: Wie integrierst du einen funktionalen Arbeitsplatz so in dein Zuhause, dass er konzentriertes Arbeiten ermöglicht und gleichzeitig zum Wohnraum passt?
Genau diese Frage begegnet mir regelmäßig in meinen Projekten im Raum Fürstenfeldbruck, Dachau, Starnberg und München. Dabei zeigt sich immer wieder: Ein gutes Home-Office besteht nicht nur aus Schreibtisch und Bürostuhl. Erst das Zusammenspiel aus Raumaufteilung, Stauraum, Licht, Akustik und Wohnlichkeit entscheidet darüber, ob ein Arbeitsplatz langfristig funktioniert.
In diesem Artikel zeige ich dir die wichtigsten Faktoren für ein gelungenes Home-Office – und verrate dir am Ende drei Planungsaspekte, die viele Menschen überraschen.
1. Schaffe einen Arbeitsplatz, der wirklich zum Arbeiten geeignet ist
Vielleicht kennst du das: Der Esstisch wird morgens zum Schreibtisch, mittags wieder zum Essplatz und am Abend verschwinden Laptop und Unterlagen in einer Ecke. Kurzfristig funktioniert das. Langfristig jedoch meist nicht.
Wer regelmäßig von zu Hause arbeitet, benötigt einen festen Platz, an dem konzentriertes Arbeiten möglich ist. Dabei muss es nicht immer ein eigenes Arbeitszimmer sein. Oft reichen eine Nische, ein ungenutzter Bereich im Wohnzimmer oder ein Gästezimmer mit Doppelfunktion.
Entscheidend ist, dass dein Arbeitsplatz als solcher erkennbar ist und deinen Arbeitsalltag unterstützt.
2. Investiere zuerst in einen guten Bürostuhl
Wenn du täglich mehrere Stunden am Schreibtisch verbringst, solltest du beim Bürostuhl nicht sparen. Ein ergonomischer Stuhl unterstützt deinen Rücken, fördert eine gesunde Sitzhaltung und sorgt dafür, dass du auch nach mehreren Stunden noch konzentriert arbeiten kannst.
Während Schreibtische oder Stauraumlösungen oft nach und nach optimiert werden können, beeinflusst der Bürostuhl dein Wohlbefinden jeden einzelnen Tag. Die wichtigsten Eigenschaften eines ergonomischen Schreibtischstuhls zusammengefasst:
Eine Rückenlehne, die mindestens bis zu den Schultern geht. Einige Bürostühle haben eine höhenverstellbare Rückenlehne, die du an deine Größe anpassen kannst.
Eine Lordosenstütze für den unteren Rücken, um die natürliche S-Wölbung beizubehalten
Eine Sitzfläche, die in Höhe und Tiefe verstellbar ist.
Eine angenehme Polsterung, die Druckstellen vermeidet
Für Vielsitzer und -schwitzer bietet sich für die Rückenlehne ein Mesh-Stoff an. Das ist ein netzartiges Gewebe, das eine gute Luftzirkulation bietet.
Stuhlrollen, die an die Bodenbeschaffenheit angepasst sind: Weiche Rollen schützen Hartböden vor Kratzern und gleiten leise. Harte Rollen eigenen sich dagegen auf Teppichboden machen einen großen Unterschied bezüglich der Rolleigenschaft.

Je mehr du von zu Hause arbeitest, desto hochwertiger sollte der Stuhl ausfallen. Empfehlenswert ist der Bürostuhl "Gesture" von Stellecase, der allerdings seinen Preis hat.
3. Der richtige Schreibtisch erleichtert den Arbeitsalltag
Ein Schreibtisch sollte sich deinen Bedürfnissen anpassen – nicht umgekehrt. Wer regelmäßig im Home-Office arbeitet, profitiert von einem höhenverstellbaren Schreibtisch. Der Wechsel zwischen Sitzen und Stehen bringt Bewegung in den Arbeitstag und entlastet Rücken und Schultern.
Doch auch die Größe spielt eine Rolle. Überlege dir vorab:
Arbeitest du ausschließlich mit einem Laptop?
Benötigst du zusätzliche Monitore?
Musst du regelmäßig Unterlagen ausbreiten?
Brauchst du Platz für Materialproben oder kreative Arbeit?
Je klarer du deine Anforderungen kennst, desto einfacher fällt die Wahl des passenden Arbeitsplatzes.
Bei Oakywood gibt’s höhenverstellbare Schreibtische, die du selbst konfigurieren kannst. Ich habe dort bereits einiges an Zubehör für meine Kunden in München gekauft und war immer sehr zufrieden.
Falls du nur sporadisch im Home-Office arbeitest und dir kein eigener Raum zur Verfügung steht, reicht auch eine schwebende Arbeitsplatte in eine Nische zwischen zwei Schränken aus. Ein Arbeitsplatz im Wohnzimmer sollte kaum sichtbar sein.
4. Plane den Stauraum nach deinen tatsächlichen Bedürfnissen
Pinterest und Instagram zeigen oft wunderschöne Home-Offices. Das Problem: Sie sehen gut aus, berücksichtigen aber selten die tatsächlichen Arbeitsabläufe.

Eine Lehrerin benötigt anderen Stauraum als ein Softwareentwickler. Eine Selbstständige wie ich als Interior Designerin mit Materialmustern andere Lösungen als jemand, der ausschließlich digital arbeitet.
Deshalb beginne ich bei der Planung eines Home-Offices immer mit einer Bedarfsanalyse:
Was muss täglich griffbereit sein?
Was soll unsichtbar verschwinden?
Welche Unterlagen müssen aufbewahrt werden?
Welche Tätigkeiten finden hier statt?
Erst danach ergibt sich die passende Stauraumlösung.
Besonders wichtig wird dieser Punkt, wenn sich der Arbeitsplatz im Wohnbereich befindet. Dann sollte möglichst viel hinter geschlossenen Fronten verschwinden können. Denn wer seine Arbeit ständig sieht, kann nach Feierabend oft schlechter abschalten.
5. Licht beeinflusst Konzentration und Wohlbefinden
Wie in allen Räumen unterscheiden wir auch im Home-Office zwischen drei Beleuchtungsarten:
Grundbeleuchtung
Arbeitsplatzbeleuchtung
Akzentbeleuchtung
Grundbeleuchtung
Dein Home-Office sollte über ausreichend Tageslicht verfügen und eine Grundbeleuchtungsstärke von 300 Lux aufweisen. Die Beleuchtungsstärke kannst du mit einer App wie beispielsweise Lux-O-Meter messen (⬇️Download Google Play Store oder im Apple App Store).
Damit das Tageslicht nicht blendet, sollte der Schreibtisch seitlich zum Fenster platziert werden. Allerdings ist das nicht immer möglich: Wie bei meinen Kunden aus München, bei denen ich das Home-Office neugestalten durfte. Da das Büro im Dachgeschoss liegt und der Kunde 2 Meter groß ist, war die einzig mögliche Schreibtischposition in der Dachgaube direkt vor dem Fenster. In diesem Fall kann man sich mit Plissees, Faltrollos oder Jalousien behelfen, um nicht geblendet zu werden.
Arbeitsplatzbeleuchtung
Die Beleuchtung am Arbeitsplatz wird oftmals nicht nur vernachlässigt, sondern im Home-Office gänzlich ignoriert. Dabei hat eine optimale Arbeitsplatzbeleuchtung einen großen Einfluss auf unsere Konzentration. Eine Kombination aus nicht blendendem Tageslicht und künstlicher Beleuchtung ist optimal. Eine Arbeitsplatzbeleuchtung kann eine Schreibtischlampe, aber auch eine Bogenlampe, die direkt über oder seitlich neben dem Arbeitsplatz steht, sein. Ideal sind dabei indirekte Beleuchtungen, die nicht blenden.
Der Arbeitsplatz sollte mit mindestens 500 Lux ausgeleuchtet sein. Empfehlenswert sind aber 1.000 Lux. Dabei sollte die Farbtemperatur dem Tageslicht ähneln und zwischen 4.000 und 5.300 Kelvin haben.
Akzentbeleuchtung
Nicht lebensnotwendig im Home-Office, aber das i-Tüpfelchen für ein behagliches Raumgefühl ist eine Akzentbeleuchtung mit indirektem Licht. Sei es unterleuchtete Wandboards, eine Stehlampe oder eine Tischleuchte auf einer Kommode. Diese Lichtquellen machen aus deinem Home-Office erst ein angenehmes Ambiente.
6. Vergiss die Akustik nicht
Die Akustik gehört zu den am häufigsten unterschätzten Faktoren im Home-Office.
Vor allem bei Videokonferenzen, Telefonaten oder konzentrierter Arbeit können hallige Räume schnell anstrengend werden.
Häufige Ursachen sind:
große Fensterflächen
glatte Böden
kahle Wände
wenig Textilien
Vorhänge, Teppiche, Wandpaneele, Bücherregale oder Polstermöbel helfen dabei, Schall zu absorbieren und die Raumakustik deutlich zu verbessern.
Meine drei wichtigsten Interior-Design-Tipps zum Thema Home-Office einrichten
Viele Ratgeber beschäftigen sich mit Möbeln und Technik. Bei der Planung eines Home-Offices spielen jedoch noch weitere Faktoren eine Rolle.
1. Die Position des Schreibtisches beeinflusst dein Wohlbefinden
Unser Sicherheitsbedürfnis hat sich über Jahrtausende kaum verändert.Deshalb fühlen wir uns häufig wohler, wenn wir die Tür und möglichst den gesamten Raum überblicken können. Wenn möglich, solltest du deinen Schreibtisch daher so positionieren, dass du den Raum im Blick hast.
Dieser kleine Unterschied wirkt sich oft stärker auf das Wohlbefinden aus, als viele Menschen vermuten.
2. Nicht jeder Raum eignet sich gleich gut
Bei der Wahl des Arbeitszimmers spielen nicht nur räumliche, sondern auch persönliche Faktoren eine Rolle. Arbeitest du selbstständig und empfängst Kunden? Dann kann ein Raum in der Nähe des Eingangs sinnvoll sein.
Hast du Kinder und möchtest sie im Blick behalten? Dann bietet sich ein Raum in ihrer Nähe an. Benötigst du absolute Ruhe für konzentriertes Arbeiten oder Videocalls? Dann sollte dein Arbeitsplatz möglichst weit vom Familienalltag entfernt liegen.
Die beste Lösung beim Home-Office einrichten, hängt immer von deiner individuellen Lebenssituation ab.
3. Wähle Farben, die Konzentration fördern
Farben beeinflussen unsere Wahrnehmung stärker, als wir oft denken.
Für Home-Offices empfehle ich meist ruhige, neutrale Farbtöne mit wenig Kontrasten.
Besonders geeignet sind:
Weißtöne
Taupe
warme Grautöne
dezente Blau- und Grüntöne
Blau und Grün werden häufig als beruhigend wahrgenommen und eignen sich daher hervorragend für Arbeitsräume. Starke Muster, intensive Farben oder auffällige Dekorationen sollten möglichst nicht dauerhaft im direkten Sichtfeld liegen, da sie unbewusst ablenken können.
Fazit: Ein gutes Home-Office ist mehr als ein Schreibtisch
Ein funktionierendes Home-Office entsteht nicht durch einzelne Möbelstücke, sondern durch ein durchdachtes Gesamtkonzept. Licht, Stauraum, Raumaufteilung, Akustik, Farben und Arbeitsabläufe greifen ineinander und entscheiden gemeinsam darüber, ob ein Arbeitsplatz langfristig funktioniert.
Genau deshalb entwickle ich individuelle Einrichtungskonzepte für Home-Offices und Arbeitszimmer im Raum Fürstenfeldbruck, Dachau, Starnberg und München. Dabei entstehen Lösungen, die nicht nur schön aussehen, sondern deinen Arbeitsalltag tatsächlich erleichtern. Wenn du dein Home-Office neu planen möchtest oder das Gefühl hast, dass dein aktueller Arbeitsplatz nicht optimal funktioniert, erfährst du hier mehr über meine Einrichtungsberatung.


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