top of page

Warum sich viele Wohnzimmer unfertig anfühlen und wie es endlich gemütlicher wird.

  • Autorenbild: Katya Hajj
    Katya Hajj
  • vor 2 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

In beinahe jedem Zuhause ist das Wohnzimmer Dreh- und Angelpunkt des Privatlebens. Hier wird entspannt, gekuschelt, auskuriert und manchmal auch der ein oder andere Snack zu sich genommen. Hast du gewusst, dass die wichtigsten Entscheidungen im Privatleben auf dem Sofa getroffen werden? Egal, ob Investition, Urlaub oder neuer Lebensabschnitt. Wichtige Dinge des Lebens passieren im Wohnzimmer.

 

Wie kann es also sein, dass sich viele Wohnzimmer unfertig anfühlen, obwohl augenscheinlich alles da ist: Sofa, Couchtisch, TV, TV-Board, Kommode, Licht?


Graues Ecksofa gemütlich mit Dekokissen

Stell dir vor du richtest ein leeres Wohnzimmer ein: Woran denkst du zuerst? Wahrscheinlich erstmal an die großen, wichtigen Möbel: du platzierst ein Sofa, das groß genug für die Familie ist, davor ein Couchtisch, um etwas abzulegen (meist sind es Beine 😉), ein Board mit Fernseher gegenüber.

 

Auf den ersten Blick, und ohne vorverurteilend zu wirken, finden meist die Herren der Schöpfung, dass diese Ausstattung vollkommen ausreicht. Für mich bedeutet das, dass der entscheidende Schritt fehlt: der Feinschliff. Unabhängig davon, dass ich in beinahe allen Haushalten bisher weiße Möbel vor weißen Wänden und graue Sofas sehe, also vorrangig ein monochromes Farbkonzept in kühlen Tönen, fehlen oft genau diese Details, die ein Wohnzimmer heimelig machen.

 

Meine lieben Kunden aus Seefeld in der Ammersee Region hatten genau dieses „Problem“. Dass ich Anführungszeichen verwende, ist kein Zufall. Denn wer würde schon von sich behaupten, ein ungemütliches Wohnzimmer, sei ein echtes Problem? Zurück zu meinen Kunden: Die junge Familie wohnt wunderschön gelegen mit weitem Naturblick, modern und lichtdurchflutet im neu gebauten Eigenheim. Wie in vielen Neubauten befinden sich Küche, Essbereich und Wohnzimmer in einem Raum in L-Form, wobei Ess- und Wohnbereich sich schlauchartig gegenüberstehen.

 

Das Paar hatte ein Styling bei mir gebucht, da sie mit ihren Möbeln zufrieden waren und lediglich der Feinschliff gefehlt hat. Die Bereiche waren typisch und wie oben erwähnt, eingerichtet: Grau in dunklen Nuancen für Küche, Sofa und Esszimmerstühle, weiße Kommoden und ein bisschen Holz, vorrangig an Boden sowie Couch- und Esstischplatte. Meine Erstanalyse beim Durchsehen der Bilder, ohne deren Bedürfnisse zu kennen:


  1. Es fehlten klare Zonen für einzelne Nutzungsbereiche

  2. Raumproportion wirkt unausgeglichen

  3. Fehlende Textilien in Form von Vorhängen und Teppichen

  4. Weiße Wände mit maximalem Kontrast zur fast schwarzen Küche

  5. Fehlende Akzentbeleuchtung, lediglich Licht an der Decke

  6. Fehlender Fokuspunkt


Diese sechs Punkte trafen im Übrigen bei fast all meinen Kunden zu, hier wurde also nicht direkt etwas falsch gemacht, nur Details weggelassen, die helfen, um ein Wohnzimmer gemütlich zu gestalten. Du erkennst dein Wohnzimmer in der Beschreibung wieder? Dann lies weiter, wir lösen das „Problem“! Bevor ich auf jeden oben genannten Punkt eingehe, rate ich meinen Kunden sich grundsätzlich zu überlegen, ob sie im monochromen Farbspektrum bleiben möchten, oder gerne zusätzlich ein Farbkonzept mit Farbtupfer möchten.


Sofa und Kamin in leerem Wohnzimmer
Vorher – Das Wohnzimmer für mich leergeräumt. Tolle Struktur, die Sofagröße passt auch gut.

Zonierung im Wohnzimmer – so wirds gemütlicher

Ob langer großer Raum oder kleines 1-Zimmer-Apartment: eine Zonierung einzelner Bereiche wird meist deutlich unterschätzt. Jeder Raum mit mehreren Nutzungen – und dazu gehört auch ein offener Wohn- und Essbereich – sollte zwingend optisch voneinander getrennt werden, um dem Auge Halt zu geben.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Raum zu zonieren: ein ausreichend großer Teppich, besondere Wandgestaltung, Raumtrenner oder eine gezielte

Beleuchtung sind gute Möglichkeiten Zonen darzustellen und auf die einzelnen Nutzungen einzugehen.

 

Raumproportionen ausgleichen

Wusstest du, dass wir uns in Räumen mit einer Proportion von einem Verhältnis 4 zu 3 am wohlsten fühlen? Also in einem Raum, der zum Beispiel, 4 Meter lang und 3 Meter breit ist. Da aber seit einigen Jahren offene Wohnkonzepte modern sind, entstehen schlauchartige Räume. Ich finde es manchmal grotesk, dass wir uns offene Raumkonzepte wünschen, sie dann aber wieder zonieren müssen – aber das ist ein anders Thema. Was können wir also tun? Wir könnten den Raum an der schmalen Wand optisch verbreitern. Das gelingt mit horizontalen Formen wie beispielsweise einer Tapete mit horizontalen Motiven oder einer Wandverkleidung, ebenfalls horizontal angebracht. Wem das zu aufwändig ist, kann auch die gegenüberliegenden Wandflächen etwas dunkler streichen, damit sie sich optisch annähern.

 

Aber auch eine Zonierung mit einem Raumtrenner, wie einem offenen Regal hilft die Raumproportionen auszugleichen.

 

Textilien – das schnellste und effektivstes Mittel für Gemütlichkeit

Teppiche eignen sich hervorragend zum Zonieren eines Wohnbereichs und bringen sofort Gemütlichkeit mit. Dabei sollte der Teppich idealerweise so groß gewählt sein, dass er das gesamte Sofa (und einen etwaigen Sessel) umfasst und um 50 - 60 cm an den Seiten hervorblickt.

 

Und jetzt kommt das, was sofort hilft: Transparente Stores und/oder Vorhänge vor dem Fenster! Je nachdem, wie sehr du den Blick nach draußen wünschst, machen transparente Gardinen direkt vor dem Fenster und/oder seitlich fallende Vorhänge einen riesigen Unterschied. Je weiter oben angebracht, desto höher wirkt der Raum. Von Schiebevorhängen rate ich ab: sie haben leider nicht gleichen Gemütlichkeitseffekt und wirken wie eine zusätzliche Wand.

 

Sanfter Farbton an den Wänden statt Weiß

Ich plädiere immer wieder gerne: lasst die Wände nicht weiß! Weiß kommt in der Natur in der ganz reinen Form gar nicht vor. Diese riesigen weißen Flächen zeigen jeden Makel, wirken steril und schaffen einen maximalen Kontrast zur Einrichtung. Ich sehe zum Beispiel immer wieder das: Dunkelgraues Sofa, weiße Wand und nichts über dem Sofa hängen. So wirkt das Sofa noch dunkler und noch größer. Besser: einen sanften Grundton wie Greige, Sand oder Beige – die im Übrigen alle als Weißtöne betitelt werden – statt weiß zu nutzen. Ist der Ton schön hell, darf er auch an die Decke. So wirkt der gesamte Raum gleich sanfter und auch sauberer. Zum Thema Farbe & Wirkung wird es demnächst einen eigenen Artikel geben.

 

Akzentbeleuchtung – die vergessene Behaglichkeit

Stimmungsvolle Wandbeleuchtung über dem Sofa
Stimmungsvolle Wandbeleuchtung über dem Sofa

Auch das sehe ich in fast jedem Wohnzimmer meiner Kunden: Deckenleuchten. Fertig. Dabei benötigen wir je nach Raumgröße 5 – 7 Lichtquellen. Bei großen Räumen sogar mehr. Dabei wird in 3 Leuchtarten unterschieden: Grundbeleuchtung (Tageslicht und das Licht, das man einschaltet, wenn man etwas sucht), Arbeitsbeleuchtung (am Arbeitsplatz oder in der Küche) und die Akzentbeleuchtung. Letztere macht die Stimmung. Diese Beleuchtung schalten wir abends ein. Das Deckenlicht sollte dabei ausgeschaltet bleiben. Ob indirekt leuchtende Wandleuchten, Tischleuchten mit Stoffschirm oder Stehleuchte. Jede Höhe sollte bedacht werden. Kunstwerke an den Wänden, mit direkten Beleuchtungen wie Spots, machen ebenfalls viel her.

 

Fokuspunkt – wohin mit dem Blick?

Schau dich in deinem Raum um: was ist hier das Highlight? Gestalte bewusst einen Bereich als Highlight und zeige dem Auge, wohin es zuerst blicken soll. Ist alles gleich „wichtig“ gleitet der Blick nicht ruhig durch den Raum, sondern springt von Highlight zu Highlight. Das gleiche passiert auch bei unaufgeräumten Räumen. Aufgrund von zu geringem geschlossenem Stauraum, wird vieles wild gestapelt und das Auge hüpft. Manchmal kann auch ein Ausblick das Highlight sein, dann sollte der Blick nach draußen möglichst ungestört sein dürfen. Ein Fokuspunkt kann eine beleuchtete Skulptur sein, aber auch eine besondere Wandverkleidung oder ein in Szene gesetzter Lesesessel mit Beistelltisch.

 

Zurück zu meinen Kunden aus Seefeld. Im Gespräch stellte sich heraus, dass sie ganz bewusst, aus verschiedenen Gründen vorerst gegen Vorhänge entschieden haben, also habe ich diese bei meinem Stylingvorschlag weggelassen. Gemütlicher wirkt das Wohnzimmer dennoch.


Wohnzimmer mit Styling - Greige und Salbei
Wohnbereich – Stylingvariante 1
Collage Wohnzimmer mit Styling - salbeifarbene Wand
Wohnbereich – Stylingvariante 2

Fazit: Farbe an den Wänden, Teppiche, Leuchten und Vorhängen sind also weitaus mehr als ein bisschen Chi-Chi. Sie machen aus Räumen ein Zuhause, in dem man sich erholen kann und sich geborgen fühlt. Und ist das essentielle Gefühl, das wir von einem Wohnzimmer erwarten sollten.


Dein Wohnzimmer oder ein anderer Bereich braucht auch einen Feinschliff? Meine neues Stylingangebote kannst du dir hier ganz genau anschauen. Du bist unsicher, ob das zu dir passen könnte? Ich berate dich gerne, ob und wenn ja, welcher Service für dich passen könnte. Vereinbare einfach einen Telefontermin und lass es uns herausfinden!

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page